Retailbanking

Zum Zwecke dieser Untersuchung wird Retailbanking unter dem Merkmal des Kundensegments als das Bankgeschäft mit privaten Kunden und kleineren Unternehmenskunden (z.B. Freiberuflern) definiert.

Das Retailbanking ist durch eine hohe Anzahl von Kundenverbindungen, hohe Wiederholungsraten identischer Kundenprozesse sowie eine hohe Anzahl von jährlich durchgeführten Dienstleistungen bzw. verkauften Produkten gekennzeichnet. Weitere Merkmale sind die hohe Kundenanzahl, ein vergleichsweise nur in geringem Umfang möglicher Anstieg im Absatz pro Kunde sowie der hohe Fixkostenblock, welcher durch die vorzuhaltenden Personalkapazitäten und/oder das Geschäftsstellennetz verursacht werden. Diese Merkmale des Retailbanking sind nicht kumulativ, so kann beispielsweise der Kundenservice auch ohne ein Zweigstellennetz durchgeführt werden, wenn die Bank das Geschäftsmodell einer Direktbank (oder Teile davon) einsetzt.

 

Weitere Merkmale des Retailbanking

Hinsichtlich des Kundensegments werden in der Dissertation beide Kundenarten unter den Begriffen „private Kunden“ oder „Retailbank-Kunden“ begrifflich zusammengefasst.

Das Retailbanking kann eine stabile Refinanzierungsbasis für Banken bilden, ferner ist es möglich, adäquate Erträge zu erzielen. Auch wenn der nominelle Ertrag pro Kunde mitunter relativ gering ausfällt, so versetzen Skaleneffekte eine Retailbank in die Lage, adäquate Erträge in diesem Geschäftsfeld zu erreichen. Daher ist das Retailbanking ein essentielles strategisches Geschäftsfeld für viele private Banken, Sparkassen und Genossenschaftsbanken in Europa. Diese Gruppe von Kreditinstituten wird im Fragebogen abstrakt mit den Begriffen „Bank“ oder „Retailbank“ zusammengefasst.

Hinsichtlich der Produktstruktur (als Objekt) kann Retailbanking in die Segmente Einlagengeschäft, Kontokorrentgeschäft einschließlich dem damit verbundenen Zahlungsverkehr, Kreditgeschäft und das Wertpapier- und Depotgeschäft unterteilt werden.

 

Andere Länder - andere Sitten

Das Retailbankinggeschäft und die darin angebotenen Leistungen können in verschiedenen Ländern vollkommen unterschiedlich ausgestaltet sein. Dafür kann es verschiedene Gründe geben; so können beispielsweise die aufsichtsrechtlichen Rahmenbedingungen oder die Kundenbedürfnisse unterschiedlich ausfallen. Vor diesem Hintergrund können in verschiedenen Ländern im Retailbanking unterschiedliche Produktarten und Produktpaletten angeboten werden. So ist zum Beispiel das Bezahlen per Scheck ein wichtiger Zahlungsverkehrsvorgang in den USA, demgegenüber basiert die Übertragung von Geldmitteln in Europa weitestgehend auf dem elektronischen Zahlungsverkehr.

 

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